25.02.05 Within Temptation - Interview


Bevor ihnen der ausverkaufte Schlachthof Dresden gegenüber stehen sollte, trafen wir Sharon den Adel und Robert Westerholt von WITHIN TEMPTATION zum Gespräch über aktuelle Veröffentlichungen, Live-Erfahrung und dem ewigen Kampf zwischen kommerziellem Erfolg und `wahrem Independentsein’...
Wave of Darkness:
wie sind bis jetzt  eure Eindrücke von der Tour? Wie lange seid ihr jetzt schon
auf Tour?

Robert:
Jetzt sind wir rund 3 bis 4 Wochen auf Tour. Wir haben schon über die Hälfte hinter uns. Es war einfach nur toll. Volle Hallen. Es ist immer schön Songs von neuen CDs zu spielen.

Sharon:
Live zu spielen mögen wir besonders gerne. Natürlich ist es das beste was du als Musiker tun kannst. Davor machten wir Werbung für unser Album. Aber was wir am liebsten tun ist live auf der Bühne zu spielen. Das macht sehr viel Spaß.

WOD:
Könnt ihr Unterschiede zu eurer letzten Tour erkennen?

Sharon:
Es war das erste mal, dass wir als Headliner durch Deutschland tourten.Davor haben wir die Shows in Europa als Vorband von Paradise Lost gespielt. Wir haben zwar eine kleine Headliner Tour durch Deutschlang gemacht, aber in kleineren Hallen. Jetzt spielen wir in etwas größeren Hallen. Sie werden jedesmal größer und das ist toll.

WOD:
Und wie ist das Gefühl dabei?

Sharon:
Ja es ist cool. Da es immer noch mittelgroße Hallen sind, behalten wir immer noch die Intimität. Und es sind eine Menge Leute da. Ich denke das ist eine gute Kombination.

WOD:
Mögt ihr eher die Intimität oder würdet ihr lieber in größeren Hallen spielen?

Robert:
Es kommt darauf an. Es kommt auf das Publikum an. Das ist das Wichtigste daran. Wenn du das beste Publikum hast, ein Publikum aus 50 000 Leuten,die alle durchdrehen, das ist natürlich das beste. Es geht nicht so sehr um die Grüße. Es geht mehr um...

Sharon:
.....das Zusammenspiel.

Robert:
Ja wenn die Leute eine schöne Zeit haben und eine gute Atmosphäre herrscht. Wenn das richtig cool ist, dann wirds gut.

WOD:
Hat sich aus eurer Sicht das Publikum im Rückblick auf euer letztes Album verändert?

Robert:
Wir haben das nicht so mitbekommen muss ich sagen. Ich denke in Holland ist es unterschiedlicher.

Sharon:
Ich denke auch in Deutschland. Hier sind jetzt mehr ältere Leute, die zu unseren Konzerten kommen, nicht mehr so viele junge Leute. In Hamburg zum Beuspiel ging es von 25 aufwärts. Und es sind auch Leute  um die 40 oder 45 dabei. Es gibt nur wenige jüngere oder sehr junge Leute. Mich hatte es nicht sehr überrascht, aber in anderen Städten sieht man Unterschiede, andere Altersstufen. Vielleicht liegt es auch an den Hallen, die Altersbegränzungen oder ähnliches haben.

WOD:
Gibt es auch negative Seiten jetzt wo ihr berühmter geworden seid?

Robert:
Nicht wirklich.

Sharon:
Nein, nicht wirklich.

Robert:
Die Leute denken immer, es sei ein so großer Schritt aber das ist er nicht. Da sind nicht viele Unterschiede beim Interview geben wenn du eine kleine oder eine große Band bist.

WOD:
Es ist schwieriger für die Presse.

Sharon:
Ja vielleicht.

Robert:
Das kann natürlich schwieriger sein. Und da gibt es auch mehrere große Magazine etc. Aber die Basis sind natürlich die Fans und deshalb verändert sich auch nichts. Man ist beschäftigter.

Sharon:
Du musst mehr Werbung wie Interviews , Fotosessions usw machen. Man hat weniger Privatsphäre.

Robert:
Man hat von allem mehr. Man macht mehr Musik , mehr Werbung aber weniger soziales Leben.

WOD:
Was würdet ihr meinen ist bis jetzt das Highlight eurer Karriere?

Sharon:
Es gibt so viele Highlights, also ist es schwierig. Weil jedesmal ändert es sich , da gibt es immer etwas neues und unterschiedliche Erfahrungen.

Robert:
Ich denke ,das ist der Höhepunkt, dass sich alles ändert. Du hast andauernd neue Herausforderungen und neue Dinge passieren. Auch das ist es, was die Band am Laufen hält. Auch gibt es neue künstlerische Herausforderungen. Ich denke, dass sich alles darum dreht. Wenn man immer nur das selbe macht wird es irgentwann langweilig.

WOD:
Vielleicht haben die Fans Angst um ihre Band?

Robert:
Natürlich. Das ist immer so. Aber das hat natürlich was mit der Musik und der Band zu tun. Da geht es nicht um Fans. Eine Band ist eine Band. Du kannst die Band im Moment leiden und im nächsten Moment nicht mehr leiden. Das können wir nicht beeinflussen. Man kann nur die Band an sich beeinflussen. Und das ist manchmal schwer für die Leute. Sie wollen, dass die Band so bleibt wie sie ist. Bei den Fans wird es immer eine Seite geben, die nicht glücklich ist.  Aber damit muss man immer leben.

Sharon:
Es gibt so viele verschiedene Sorten von Fans, so veile verschiedene Alter. Leute sind so verschieden wie Individuen, du findest so viele verschiedene Meinungen. Wenn du alle Meinungen berücksichtigen willst, kannst du gar nichts tun. Also musst du deinen eigenen Weg gehen.

Robert :
Man muss sein eigenes künstlerisches Ding durchziehen. Das ist Kunst. Man mag die Kunst oder man mag sie nicht.

WOD:
Aber es scheint für die Fans schwieriger zu sein Kontakt zu bekommen.

Robert:
Um ehrlich zu sein ist es nicht mal so schwierig. Wir treffen immer noch sehr viele Fans. Aber das ist nicht die Basis der Musik. Die Basis ist das Künstlerische. Darum geht es uns. Es geht nicht um uns als Personen. Wenn du Musik hörst fühlst du die Musik. Wir veruschen unsere Musik immer so zu gestalten, dass jeder unsere Musik interpretieren kann. Wir sagen nie den Leuten:" Das meint Das " oder " Du musst so darüber denken". Das steht jedem frei. Die Leute machen es sich ein bisschen zu komlpiziertz.


WOD:
Je berühmter ihr werdet, desto mehr rückst du, Sharon, in das Zentrum der Öffentlichkeit. Wie sieht die Band diese Entwicklung?

Robert:
Ich denk die Band hatte nie etwas mit der Aufmeksamkeit zu tun. Ich habe nie eine Band erlebt, in der der Drummer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Dann hätten sie einen schlechten Sänger. Aber wenn du ein Sänger bist, wenn du die Texte vermittelst... Natürlich der Rest der Band, alles ist ein Ganzes und das hat nichts mit Berühmtsein zu tun.

Sharon:
Ja ich stimme zu. Es sind auch die Medien, die sich ein Gesicht aussuchen und sich darauf fokussieren, weil es das Gesicht der Band ist. Das wählt man nicht in der Band aus. Das passiert ganz natürlich. Das geschieht mit jeder Band.

WOD:
also magst du die Rolle?

Sharon:
Nein nicht immmer. An bestimmten Momenten würde ich lieber etwas anderes tun und jemand würde die Sachen für mich erledigen. Weil es benötigt auch mehr Zeit natürlich. Du hast weniger private Zeit. Der Rest der Band kann andere Dinge tun. Du musst immer länger arbeiten, an Fototermminen und Interviews.  Da spielt nicht wirklich eine Rolle und ich ärgere mich auch nicht darüber. Aber manchmal fühlt man sich einfahc nicht danach. Es ist kein Vorteil.

Robert:
Das ist nicht das Ziel. Wir sind nicht in einer Band um berühmt zu werden. Also sehen wir das nicht als so schön an.

WOD:
Wenn man "enter" mit "Mother Earth" und schließlich mit "The Silent Force"
vergleicht, sieht es so aus, als wolltet ihr mehr und mehr weg vom Metal
Sound.Es scheint als ob deine Stimme Sharon und die Melodien mehr in das
Zentrum rücken.

Robert:
Schon lustig, weil andere Leute meinen, dieses Album sei härter geworden. Für uns als Band ist es wichtig nicht auf solche Musik zu gucken. Musik ist etwas was von Herzen kommt und nicht eine Entscheidung die du fällst. Und das war schon immer so.

Sharon:
Wir könne  nur Musik machen die wir selber mögen. Es muss natürlich kommen, dass wir es mögen. Wenn du auf Anforderung schriebst, was wir nicht einmal können- ich wünsche ich könnte es- das würde es einfacher machen. Aber wir können das nicht. Das was dabei rauskommt ist das was wir sind und das was wir präsentieren.

Robert:
Das lustige ist, wie ich gesagt habe, dass wir so viele unterschiedliche Meinugen über das Album  haben. Sie beginnen über Sachen wie : Was ist das Kriterium für etwas um Metal zu sein. Das ist sehr komisch. Weil es ist für jeden anders. Da gibt es keinen Standart. Das hat mehr mit den Leuten zu tun, die sich um solche Standarts kümmern. Aber ich denke das hat nichts mit Musik zu tun.

WOD:
Wenn Magazine über euer neus Album schreiben oder Leute darüber reden kommt oft der kommerzielle Aspekt hoch..

Robert:
Nicht immer. Wie man sieht auch eine lustige Sachen. Es sind immer die kleineren Magazine die über Erfolg sprechen.

Sharon:
Es ist etwas Alternatives.

Robert:
Sie betonen mehr den Erfolg als die Musik.

Sharon:
Eigentlich machen das Mainstream Magazine nicht. Das mag seltsam sein aber sie machen es nicht.

Robert:
Ich sage nicht, dass das gute Magazine sind, aber  es ist etwas zum Drübernachdenken. Weil alles über Berühmtsein und all diese Sachen ist ein wichtiger Kernpunkt für kleinere Maganzine. Aber für uns ist das nicht wirklich wichtig. Es geht um die Musik, um die Show und die akkustische Weiterentwicklung die du magst.

Sharon:
Und ob die Leute es mögen. Wie die Show heute Abend im Alten Schlachthof. Ich denke es ist eine schöne Halle. Und ich denke , dass da viele verschiedene Leute sein werden. Und wir werden einen schönen Abend mit ihnen haben. Das ist das aller wichtigste für uns.

Robert:
Es ist der Zauber der Musik.Darum geht es.

WOD:
Wie würdet ihr euer neues Album mit eigenen Worten beschreiben?

Sharon:
Es ist das erste Album auf dem wir so einen guten Sound erreicht haben. Weil wir hatten nie das Budget dafür. Der größte Vorteils des Erfolgs ist ein größeres Budget zu haben um noch bessere Alben zu machen und eine größere Produktion zu machen. Wir hatten ein großes Budget um ein Orchester miteinzubringen, einen großen Chor und damit hat sich ein Traum erfüllt. Wir hätten niemals eine Chance  dazu gehabt ohen den Erfolg.

Robert:
Auch haben wir eine schwierige Musik. Weil wir haben viele Violinen, ein Orchester, die Band und das Schlagzeug. Wir haben Schleifen um alles klarer zu halten. Un das ist es was wir viel besser gemacht haben als auf Mother Earth.

Sharon:
Ich denke das Album klingt sehr modern und heavy auch wenn viele klassische Einflüsse mitdrin sind. Mother Earth wurde sehr altmodisch produziert.Auch darin haben wir einen Fortschritt gemacht.

WOD:
Und es wurde schwieriger die Sachen live zu präsentieren oder?

Sharon:
Ja aber wir hatten das selbe Problem mit Mother Earth.


Robert:
Auch mit Enter hatten wir Probleme.

Sharon:
Mit enter haben wir die Orchester Sachen sehr schlicht gehalten. Sodass der Keyboarder das auf der Bühne spielen konnte.

Robert:
Es ist so schwierig. In der Musik hast du soviele Linien. Aber der Keyboarder hat nur zwei Hände dann hört es auf. Das ist unmöglich. Also hast du auch Lieder mit Orcheser parts oder elektronischen Elementen.Also so gesehen hat sich nicht viel verändert. Die Band spielt was sie kann und was sie kann ist in der Box.

WOD:
Meine letzte Frage: Was eure persönliche "Silent Force"?

Robert:
Das ist ein Mysterium.

Sharon:
Das kann jeden Tag etwas anderes sein. Es kann eine Person sein, die dich durch den Tag begleitet, etwas was du im TV siehst oder jemand der dich inspiriert. Es kann alles sein. Aber das ändert sich auch. Aber Musik ist eine große stille Kraft.

WOD:
Welcher ein guter letzter Satz ist...

Ein angenehmes Gespräch an diesem 25. Februar, das leider zeitliche Grenzen aufwies, wir also nach 20 min gegen ein lokales Kamerateam eingetauscht wurden. Trotzdem ein herzliches Dankeschön an die Organisation des Ganzen, natürlich an WITHIN TEMPTATION, speziell Sharon und Robert.

 
Interview: Raggi
 
Fotos: Renè
Übersetzung: Lise