Within Temptation live am Freitag, 18.06.`04 auf dem Woodstage Open Air

Eines der Highlights des ersten Woodstage - Tages sollte es werden, der Auftritt von Within Temptation. Die Band, die in Deutschland schon so manche große Bühne unter sich hatte, wurde mit großer Vorfreude vom Publikum erwartet, das sich spätestens jetzt in großer Zahl vor die Bühne begeben hatte. Die Bühne wurde mit einer Art Burgmauer, sowie einer zentral plazierten Engelsstatue ausgestattet und nach und nach betraten die Holländer gegen halb acht die Bühne. Besondere Freude, als Frontfrau Sharon erschien und von da an zum Blickfang des ganzen Auftritts wurde. Neidlos sei ihre wahnsinnige Ausstrahlung anerkannt, die an Herzlichkeit und Offenheit gegenüber dem Publikum ihresgleichen sucht.
Frau den Adel hatte sich wie gewohnt und wohl auch geschätzt in eine lange, dieses Mal dunkelrote, Robe geworfen, und war sowohl von nah, als auch von fern eine anmutige Erscheinung, die mit ihrem permanenten Lächeln und all der ausgestrahlten Wärme für Begeisterung sorgte. Natürlich richten wir an dieser Stelle unser Augenmerk auch auf ihre Stimme, die sowohl den Kontrast zu den harten Gitarrenklängen ihrer MANNschaft, als auch die perfekte Ergänzung des orchestralen Gothic-Metal bildet. Viele der Möchtegern-Sängerinnen dieser Welt sollten hier grün vor Neid angelaufen sein. Leider hatten auch Within Temptation nicht die Zeit zur Verfügung, die sich ein Fan oder auch Neu-Begeisterter zum vollendeten Genuss gewünscht hätten.
Eine Stunde, die vollkommen ausgekostet wurde, die sowohl mit Titeln wie "The Promise", "Caged", "Restless" oder "Ice Queen" des noch aktuellen Albums "Mother Earth", als auch mit ganz und gar neuen Stücken wie "See who I am", "Orff" oder " Stand my Ground" gefüllt wurde. Dabei kamen zum ersten Mal an diesem Tag die kleinen Pyromanen unter uns auf ihre Kosten. Man hatte in kunstvoller Handarbeit diverse Feuerwerkskörper installiert, die bei vielen dargebotenen Songs für ein perfektes Bild - und bei den nicht unbedingt zu Sonnenbädern anregenden Temperaturen für Freude bei manch Durchgefrorenem der ersten Reihen - sorgten. Mit Feuer und Nebel wurde gespielt und damit alles wunderschön passend gemacht. Höhepunkt im Programm war laut Geräuschepegel wohl "Mother Earth", bei dem sich die Band zum letzten Mal vor dem regulären Ende des Auftritts dem begeisterten Publikum hingab.
Noch eine Neuerung, die sich bemerkbar machte - Within Temptation waren die erste der Bands, die eine Zugabe spielen durfte und damit wohl viele der Zuhörer glücklich machten. "Deceiver of Fools" erklang als wirklich letztes Stück des Auftritts, bevor es Zeit für das finale Feiern und Verabschieden der Band wurde, die sich sogar noch zum Gruppen - (zugegeben, der Keyboarder hatte an dieser Stelle wohl den Einsatz verpasst) Foto aufreihten.
Damit kann dieser Auftritt als einer der Höhepunkte des Wochenendes völlig zu Recht in die ach so geliebte Schublade "extrem sehens- und hörenswert" eingeordnet werden. Within Temptation, und speziell Frontfrau Sharon, lieferten mit den perfekt in Szene gesetzten Songs ein echtes Highlight, das aber wohl vor allem so positiv in Erinnerung blieb, weil bei aller Perfektion der Funke zum Publikum nicht vergessen wurde, sondern in aller Form und vollkommen offensichtlich übersprang. Sprang, genau das richtige Wort, um noch den plüschigen Fan zu erwähnen, der es auf die Bühne und direkt in die Arme der Sängerin geschafft hatte... spätestens als Sharon den Adel einen nach vorn beförderten Teddy mit einem strahlenden Lächeln auffing und wenig später ansang, flogen ihr auch noch die Herzen des Publikums zu.
Für den einen vielleicht kitschig, in diesem Moment aber einfach nur passend zu diesem in jeder Hinsicht überzeugenden Auftritt einer ganz besonderen Band.



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